Spielwelt(en): | Atyhria |
Urheber:innen: | Sarah Kisliuk, Anja Schröder |
Mitwirkende: | Benjamin Kisliuk, Christian Wagner, Ronja Strobarwe, Patrick Hansmann, Tobias Seidl |
Jahr: | 2025 |
Biographie von König Kiamondh, dem Lichtbringer
I. Frühes Leben und Ursprung einer Vision
Kiamondh wurde in einer Zeit der Unruhe geboren, als die Lande Athyrias zersplittert waren und ohne vereinigende Führung existierten. Er war von edler Abstammung, doch es waren nicht Macht oder Herrschaft, die ihn antrieben, sondern eine tiefe Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Wissen.
Seine früheste und prägendste Beziehung war jene zu Intaro Rhiannon, der Urmutter Athyrias, mit der ihn nicht nur Liebe, sondern auch ein gemeinsamer Traum verband: ein Reich, das Wissen, Gerechtigkeit und Einheit vereint. Gemeinsam dachten sie über eine Welt nach, in der alle Völker unter einer gerechten Herrschaft zusammenleben konnten.
Die Geburt ihrer Tochter Venja war ein Symbol dieser gemeinsamen Vision. Doch Kiamondh erkannte, dass seine Bestimmung ihn von Intaro fortführen würde. Mit ihrer stillen Zustimmung verließ er sie, um den Traum einer geeinten Nation zu verwirklichen.
II. Die Gründung des Reiches
Im ersten Jahr seiner Herrschaft (Jahr 1 Kiamond) begann Kiamondh mit der Errichtung seines Reiches. Er sammelte eine Gruppe von Gefährten, die nicht nur seine Berater, sondern auch seine engsten Freunde wurden:
- Urthan, der Strahlende – sein treuester Ritter und Beschützer
- Kalistra, die Vielsichtige – seine Schwester, eine kluge Druidin
- Falion, der Findige – ein gerissener Stratege und der Geliebte Kalistras
- Alvandara, die Sinnende – eine Gelehrte und seine Chronistin
Mit ihrer Hilfe gründete er die prächtige Hauptstadt Lysandros, erbaut aus weißem Marmor und goldenen Kuppeln. Der Palast des Ewigen Morgens wurde zum Zentrum seiner Herrschaft, während die Große Bibliothek von Lysandros das geistige Fundament des Reiches bildete.
Sein Glaube an eine geeinte Welt spiegelte sich in der Staatsreligion wider, die um drei Hegemone geformt wurde:
Doch mit der Zeit verdrängte er zunehmend die dunkleren Aspekte der Hegemone, wie Opferbereitschaft, Täuschung oder Stolz, in seinem Bestreben nach reiner Harmonie.
III. Die Blütezeit und die ersten Schatten
In den folgenden Jahrzehnten florierte das Reich. Wissenschaft, Alchemie und Handel brachten Wohlstand. Kiamondh führte diplomatische Bündnisse mit den Aumah der Sternensteppe und den Vinarii, um das Reich zu stabilisieren.
Sein persönliches Leben änderte sich, als er Ormanda von Himmelshall heiratete, mit der er vier Töchter hatte:
- Valara von Himmelshall (die Älteste)
- Lucrana von Himmelshall
- Geminna von Himmelshall
- Arisha von Himmelshall (die Jüngste)
Doch während das Reich strahlte, wuchsen Zweifel. Seine Schwester Kalistra warnte vor der Unterdrückung der „verdrängten Aspekte“ und lehrte eine Philosophie der Vollkommenheit, die Licht und Dunkelheit als Einheit betrachtete.
Der Konflikt zwischen Kiamondh und Kalistra wurde so tief, dass er sie schließlich verbannte. Doch im Exil fand sie Anhänger, die begannen, ihre Lehren weiterzugeben – der erste Keim für einen inneren Konflikt im Reich.
IV. Der Verrat und der Zerfall
Mit der Zeit eskalierte die Lage. Urthan, Kiamondhs treuester Gefährte, sah in Kalistra eine Bedrohung für die Reinheit des Reiches. Getrieben von dem Glauben, seinen König zu schützen, ermordete er sie.
Dieser Mord war der Wendepunkt. Kiamondh, erschüttert über den Verlust seiner Schwester, zieht sich aus den Staatsgeschäften zurück.
Falion, nun von Rache getrieben, führte den Widerstand gegen das Reich an. Die verdrängten dunklen Aspekte der Hegemone manifestierten sich zu eigenen gottgleichen Wesen:
Das Reich geriet in einen Bürgerkrieg, in dem die Anhänger Kalistra gegen die Verteidiger der lichten Hegemone kämpften. Urthan übernahm faktisch die Regierung und ließ die Anhänger der Vollkommenheit verfolgen.
V. Kiamondhs letzte Entscheidung und das Ende des Reiches
Gebrochen von den Ereignissen suchte Kiamondh Rat bei Intaro Rhiannon, die ihm eine bittere Wahrheit offenbarte:
Sein Traum war zu früh geboren worden. Die Welt war noch nicht bereit für seine Ideale.
In einem letzten Akt der Hoffnung und Verzweiflung ließ er sich von seiner Geliebten Ormanda töten und wurde zu einem Geist. Durch seinen Tod versetzte er das Reich in die Nebel, entrückte es der Welt, bis der Zeitpunkt gekommen wäre, dass sein Erbe zurückgeholt werden konnte.
Das Zepter der Morgenröte, sein Herrschaftsartefakt, wurde Ormanda anvertraut, damit es den Auserwählten übergeben werden konnte.
Seine vier Töchter schlossen unterdessen einen Pakt mit der Ar’Jammun Nadira, um dem Reich 99 Jahre Zeit zu verschaffen, bevor es endgültig in den Nebel verschwinden sollte. Doch dieser Aufschub führte zu noch mehr Verfolgung, Hass und Spaltung.
VI. Das Vermächtnis des Lichtbringers
Nach 99 Jahren war das Reich nicht mehr zu retten. Der Bürgerkrieg, angeheizt durch Urthans Eifer und Falions Vergeltungsdrang, führte zum endgültigen Zerfall.
Die letzten Städte wurden verlassen oder zerstört, und schließlich erlosch das Reich in den Nebeln – ein Königreich, das nie seine volle Bestimmung erreichte.
Doch Kiamondhs Traum lebt fort. In den Chroniken von Lysandros und den Legenden Athyrias wird er als der König des Ewigen Morgens beschrieben – ein Herrscher mit einer Vision, die zu früh für die Welt war.
Die Besungenen, jene Auserwählten, die das Reich eines Tages zurückholen sollen, sind sein letztes Vermächtnis. Das Zepter der Morgenröte wartet darauf, dass sich erneut eine Hand danach ausstreckt und das Licht des Reiches Kiamondhs in die Welt zurückträgt.
Kiamondhs letzte Worte (Überliefert durch Alvandara, die Sinnende):
"Das Licht vergeht nie. Es ruht nur, bis die Herzen bereit sind, es erneut zu empfangen."