| Spielwelt(en): | Athyria |
| Urheber:innen: | Benjamin Kisliuk |
| Mitwirkende: | Sarah Kisliuk, Anja Schröder |
| Jahr: | 2025 |
Der Basaltlotus sieht die Welt als Werk tyrannischer Ewiger, die Leid, Ordnung und Herrschaft nutzen, um alle Völker Athyrias in unsichtbarer Knechtschaft zu halten. Rebellion gilt als moralische Pflicht, Herrscher als Werkzeuge der Ewigen und jedes Mittel sogar Gewalt und Selbstopfer – als gerechtfertigt, um ihre Herrschaft zu brechen.
Die Ideologie des Basaltlotus - Kurzvariante
- Ursprung des Leids: Die Schöpfung der Ewigen ist voller Leid, der Grund kann nur Bösartigkeit oder Gleichgültigkeit sein.
- Falsche Ordnung: Die Weltgesetze sind nur Deckmantel der Tyrannei der Ewigen über die Sterblichen - es hätte nicht so sein müssen.
- Werkzeuge der Unterdrückung: Herrschaft im Namen der Ewigen als alternativlos darzustellen, hält die Sterblichen klein.
- Unsichtbare Knechtschaft: Dies wurde von Beginn an etabliert, sodass die Sterblichen ihre eigene Knechtschaft nicht erkennen.
- Pflicht zur Rebellion: Wer das System akzeptiert, stützt die Tyrannei. Rebellion muss daher moralische Pflicht sein.
- Herrscher als Marionetten: Wer im Sinne der Ewigen handelt und herrscht, stützt das System und macht sich mitschuldig.
- Trügerische Stabilität: Solange das Leid erträglich bleibt, werden die Unterdrückten sich nicht erheben.
- Erwachen durch Leid: Nur extremes Leid kann Sterbliche dazu bringen, die Ordnung der Ewigen zu hinterfragen.
- Rechtfertigung von Gewalt: Gewalt und Leid sind daher notwendig, die angestrebte Welt ohne Tyrannei heiligt jedes Mittel.
- Opferbereitschaft: Selbstzerstörerischer Einsatz ist notwendig. Wer Schmerz annimmt, kann wachsen und Stärke im Kampf gegen die Ewigen erlangen.
Die Ideologie des Basaltlotus - Ausführliche Variante
Die Welt ist voller Leid - durch die Absicht der Ewigen. Venia Mor Ralleen war lange Zeit eine loyale Tochter und Kämpferin für Intaro Rhiannon, doch statt Glorie und Licht, wurde sie in dieser Zeit Zeuge unzähliger Greuel: der Krieg der zwei Schwestern, die Kämpfe innerhalb des Ordens, die erste Verheerung, die Kriege gegen Arvalaan und gegen die Ar’Jammun, der Verrat der Rhiannon und letztlich die zweite Verheerung. Diese Erfahrungen lassen nur eine Erkenntnis zu: Die Ewigen haben die Welt bewusst so angelegt, dass die Sterblichen ständiger Krise, Krieg und Leid ausgesetzt sind. Da die Ewigen die Welt völlig frei erschaffen konnten, muss dies Absicht gewesen sein. Die Ewigen sind also keine guten Götter, sondern bösartig und fehlbar.
Die heilige Ordnung der Welt ist nur ein Deckmantel für die Tyrannei der Ewigen. Daraus folgt, dass die “heilige Ordnung” der Welt, letztlich nur ein Deckmantel für die tyrannische Herrschaft der Ewigen ist. Diese Ordnung zu brechen wird als Hader verrufen. Traditionen, Gesetze und all jene, die diese Ordnung aufrecht erhalten (Träger des Kusses der Ewigen, Priester, Herrschende mit dem Segen der Ewigen usw.) kämpfen damit also direkt für die Unterdrückung der Sterblichen. Diese sind nur als Mittel zum Zweck erschaffen worden , nämlich für das Wachstum der Ewigen.
Sterbliche sind zu Knechten erzogen und merken es nicht. Die Etablierung von Herrschaftssystemen, Stämmen, Königreichen, Organisationen wie der Magokratie, insbesondere durch Rhiannon und ihrem Gefolge im Sinne der Ewigen, haben die Sterblichen so sehr mit der Unabänderlichkeit der Weltordnung indoktriniert, dass die Sterblichen jedes Abweichen davon als Verbrechen verinnerlicht haben. Die meisten Sterblichen dienen daher den Ewigen oder lehnen sich zumindest nicht auf, obwohl es in ihrem Interesse wäre. Mächtige sterbliche Herrscher sind nur Marionetten der Ewigen Könige und Priester und alle, die von den Ewigen eingesetzt oder bestätigt sind, werden als Komplizen ihrer Tyrannei gesehen. Darunter fallen beispielsweise sterbliche Träger des Kuss der Ewigen, eingesetzte oder gesegnete Herrscher. Statt eine Welt zu akzeptieren, in der Sterbliche von Geburt aus den Ewigen untergeordnet sind und sich deren Autoritätsfiguren unterzuordnen, sollte eine gerechte Welt nur aus gleichgeborenen bestehen und Herrschaft sich aus Leistung und Fähigkeiten legitimieren. Umgekehrt sollten alle Hierarchien und Herrschaftssysteme aktiv bekämpft werden, die ihre Berechtigung aus der natürlichen Autorität der Ewigen ziehen.
Gegen ein unmoralisches System wird Rebellion zur moralischen Pflicht. Da sämtliche Moral und Ethik der Welt Athyria auf den Naturgesetzen und damit der Schöpfung der Ewigen beruht, kann keine aktuelle Moral der Welt als unabhängig anerkannt werden. Im Gegenteil, es gibt nur einen haltbaren moralischen Grundsatz: Die Rebellion gegen die Ewigen und ihre Sprachrohre (Träger des Kusses der Ewigen, Hegemone usw.). Dies ist nicht nur erlaubt, sondern sogar die einzig echte moralische Pflicht und der einzige Weg, etwas wirklich Gutes zu tun.
Die Sterblichen werden sich nie erheben, solange ihr Leid erträglich bleibt. Die vorgebliche Güte der Hegemone, Rhiannons und anderer ewigentreuer Wesen, dient letztlich nur dazu ein Maß an gefühlter Sicherheit, Wohlstand und vor allem Hoffnung aufrecht zu erhalten. So gefangen glauben die Sterblichen immer noch, etwas zu verlieren zu haben. So werden sie, gegen ihr logisches Interesse, davon abgehalten sich zu erheben. Alle, die Leid lindern oder Hoffnung erzeugen (wie (Seelen)heiler, Barden, Heldenfiguren und Organisationen etc.) machen sich daher schuldig die Sterblichen weiter in ihren Fesseln zu halten.
Nur eskalierendes Leid kann die Massen „aufwecken“. Um dieses perfide System zu überwinden, ist das einzige Mittel daher, die Lebenssituation der Sterblichen durch extremes Leid so unerträglich zu machen, dass sie verstehen, dass die Welt an sich korrupt ist. Und die Ewigen all diesen Schmerz und Leid zulassen, es so also von ihnen geschaffen und gewollt ist. Eskalierender Schmerz und Leid sind der einzige Weg, dies wirklich zu begreifen.
Grausamkeit, erzeugter Schmerz sind notwendige Vorbereitungen für die Auflehnung. Die Grausamkeit der eigenen Taten, die ausgeübte Gewalt und der Zwang, den der Basaltlotus ausübt, sind daher nicht nur notwendige Übel, sondern das moralisch Richtige an sich. Das erzeugte Leid ist nicht nur akzeptables Mittel zum erreichen kurzfristiger Ziele, sondern selbst langfristige Strategie zum Erreichen des letzten Ziels: Den Sterblichen zu zeigen, wie korrupt die Welt von den Ewigen erschaffen wurde.
Der Sieg über die Ewigen heiligt alle Mittel. Erst nach der erfolgreichen Rebellion, nachdem sich die Sterblichen von den Ewigen abgewandt haben, kann eine gerechte Welt aufgebaut werden. Diese wird einzig zum Wohle der Sterblichen erschaffen und in dieser werden sie nicht für die Ewigen instrumentalisiert, wie es in Athyria der Fall ist. Diese Aussicht auf eine gerechte Welt für alle, rechtfertigt jedes noch so finster erscheinende Vorgehen jetzt.
Selbstzerstörerischer Fanatismus wird als Opferkult verklärt. Auch persönlicher Schmerz, Verlust, Leid und Schuld sind nach der Erkenntnis der Tyrannei der Ewigen positive Erfahrungen. Nicht nur sind sie fortlaufender Beweis für die Bösartigkeit der Schöpfung der Ewigen: Wer den Schmerz annimmt, kann daran wachsen und immer weitere Stärke im Kampf gegen die Ewigen und ihre Schergen erlangen.