ITT Wahre Geschichte der Gefährten Kiamonds

Aus Athyria Wiki
Spielwelt(en):Athyria
Urheber:innen:Anja Schöder, Sarah Kisliuk
Mitwirkende:
Jahr:2025

OT Hinweis und Einordnung

Dieser Text ist die Geschichte des Reiches wie sich sich wirklich zugetragen hat. Dieser IT Text war nur lange Zeit verborgen um die wahre Geschichte zu verbergen. Es handelt sich hierbei aber um die Wahrheit.


Übersetzt in die allgemeine Handelssprache von Alavandra der Sinnenden zur Bewahrung des Wissens

Die Gefährten Kiamondhs – Die Wahrheit hinter den Legenden

Verfasst von Alavandra, der Sinnenden, Chronistin des Lichts und der Schatten.

Die Säulen eines zerbrechlichen Traums

Jede große Vision bedarf starker Verbündeter, und keine Herrschaft, nicht einmal die eines Lichtbringers, wird allein geführt. Kiamondh, der strahlende König, war von Gefährten umgeben, die an seiner Seite kämpften, berieten und stritten. Doch wie der Traum des Reiches selbst waren auch diese Beziehungen komplex, von Spannungen durchzogen und von Opfern gezeichnet.

Ich, Alavandra, die Sinnende, habe meine Freunde gekannt – nicht als Legenden, sondern als Individuen, voller Größe und Fehler. Ihre Freundschaft war das Fundament des Reiches, doch auch der Ursprung seiner Tragödie. Hier folgt die ungeschönte Wahrheit über die Gefährten Kiamondhs.

Urthan, der Strahlende – Der tragische Held

Urthan war ein Mann von unerschütterlicher Treue und zugleich ein Gefangener seiner Gefühle. Als Kiamondhs engster Freund und treuester Ritter stand er stets an der Seite des Königs, bereit, für ihn zu kämpfen und zu sterben. Doch in seinem Herzen lag eine unerfüllte Liebe – eine Liebe zu Kiamondh selbst, die er niemals offenbaren konnte.

Ich erinnere mich an Momente, in denen ich ihn in stiller Qual sah, als Kiamondh sich Intaro oder später Ormanda zuwandte. Sein Pflichtgefühl trieb ihn dazu, diese Gefühle zu unterdrücken, doch sie fraßen an ihm wie ein unsichtbares Feuer. Sein tragischster Moment kam, als er Glaubte, das Kalistra zu Töten der einzige Weg wäre, uns alle zu retten. Urthan glaubte, dass er damit das Reich retten würde, doch in Wahrheit zerschlug dieser Akt nicht nur das Herz des Königs, sondern auch seine eigene Seele.

Kalistra, die Vielsichtige – Die verstoßene Stimme der Wahrheit

Kalistra war die weiseste und kühnste unter uns, doch ihre Klugheit und ihr starker Wille wurden ihr schließlich zum Verhängnis. Sie sah von Anfang an die Gefahr, die in der Einseitigkeit von Kiamondhs Vision lag. „Licht allein kann eine Welt nicht formen,“ sagte sie oft zu mir. „Es ist der Schatten, der ihm Gestalt gibt.“

Ihre Überzeugung, dass Licht und Dunkelheit untrennbar verbunden sind, brachte sie in immer größere Konflikte mit ihrem Bruder. Was einst eine liebevolle Geschwisterbeziehung war, wurde von ideologischen Differenzen zerrissen. Kiamondh, in seinem Traum gefangen, eine perfekte Welt zu schaffen, sah in ihrer Philosophie eine Bedrohung. Die Verbannung, die er über sie verhängte, war der erste Bruch im bis dahin starken Fundament des Reiches.

Ich erinnere mich an die Verzweiflung in ihren Augen, als sie Lysandros verließ. Sie sprach keine harten Worte gegen ihren Bruder, sondern nur diese: „Eines Tages wird er es sehen, Alavandra. Aber dann wird es zu spät sein.“ Und tatsächlich, ihr Tod durch die Hand Urthans war der Punkt, an dem Kiamondhs Traum endgültig zu zerbrechen begann.

Falion, der Findige – Vom Strategen zum Rächer

Falion, Kalistras Geliebter, war ein Mann von unvergleichlicher Intelligenz und Scharfsinn. Als Taktiker war er unschätzbar wertvoll für das Reich, doch in seinem Herzen trug er eine Verletzlichkeit, die nur Kalistra zu heilen vermochte. Als sie verbannt wurde, folgte er ihr in die Verbannung, und als sie ermordet wurde, verwandelte sich seine Liebe in Hass.

Ich sah, wie der Schmerz ihn veränderte. In den frühen Tagen sprach er noch von Gerechtigkeit und Versöhnung, doch der Verlust von Kalistra ließ diese Ideale verblassen. Falion führte die Anhänger ihrer Philosophie in den Untergrund, doch was einst ein Streben nach Vollkommenheit war, wurde zu einem Feldzug der Rache.

Falion selbst wurde zu einer dunklen Reflexion von Kiamondh – wo der König Licht suchte, suchte Falion Vergeltung. Sein Zorn trug zur Geburt der finsteren Hegemone bei, und seine einstigen Ideale gingen im Feuer seines Hasses unter.

Und was bleibt nun, nach all der Zeit?

Ich sah die Größe und die Fehler meiner Gefährten, und ich schrieb alles nieder. Doch oft frage ich mich, ob ich mehr hätte tun sollen. Vielleicht hätte ich sprechen sollen, als Kalistra vor dem Rat stand und Kiamondh sie anklagte. Vielleicht hätte ich Urthan aufhalten sollen, als er sinnierte, ihrem Tun notfalls mit Gewalt ein Ende zu setzen. Doch ich blieb still, getrieben von meiner Pflicht, zu beobachten und zu schreiben, anstatt einzugreifen.

Mein Schweigen war vielleicht meine größte Schuld. Doch ich wusste, dass jemand die Wahrheit bewahren musste, selbst wenn sie niemand hören wollte. Die Gefährten Kiamondhs waren nicht nur Helden – sie waren Sterbliche, mit all ihrer Stärke und all ihren Schwächen. Und ihre Geschichte ist untrennbar mit der Tragödie des Reiches verbunden.