ITT Intaro Rhiannon und König Kiamondh

Aus Athyria Wiki
Spielwelt(en):Athyira
Urheber:innen:Anja Schröder, Sarah Kisluuk
Mitwirkende:
Jahr:2025

Zusammengetragen von Alavandra, der Sinnenden, im Auftrag der Chronik des Ewigen Morgens

Es ist ein Zeichen von wahrer Größe, nicht nur das Licht der Gegenwart erstrahlen zu lassen, sondern auch Sorge zu tragen, dass seine Strahlen die Zukunft erhellen. Unser König, Kiamondh, wusste um die Kraft der Erinnerung. In seiner unvergleichlichen Weisheit gewährte er mir die Gnade, diese Briefe zu bewahren, zu ordnen und für die Nachwelt festzuhalten.

Was ihr hier lest, sind keine bloßen Worte, sondern Fragmente eines Herzens, das weit über die Zeit hinaus schlägt. Es sind Zeugnisse einer Liebe, die nicht nur zwei Seelen verband, sondern das Fundament eines Reiches legte. Die Briefe zwischen Kiamondh und Intaro Rhiannon, der Erstgeschöpften, der Strahlenden, sind weit mehr als private Botschaften zwischen Liebenden. Sie erzählen von Visionen, von Opfern, von Hoffnung – und von der unerschütterlichen Verbundenheit zweier Wesen, deren Bestimmung es war, Athyria zu formen.

Möge, wer diese Zeilen liest, erkennen, dass Kiamondh nicht nur ein König war, sondern ein Träumender, ein Schaffender, ein Liebender. Nicht aus bloßer Herrschaft erwuchs unser Reich, nicht aus einem einzigen Willen, sondern aus einer Verbindung, die tiefer reichte als Blut. Kiamondh, unser König, der Lichtbringer, und Intaro, die Erstgeschöpfte,  – sie waren es, die den Grundstein legten. Nicht, weil es ihre Pflicht war, sondern weil ihre Seelen es verlangten.

Die Briefe, die ich hier bewahre, sind keine bloßen Zeugnisse der Vergangenheit. Sie sind der Atem jenes Traums, den sie einst teilten – die Sehnsucht nach einem Reich, das mehr war als Herrschaft und Macht, das Geborgenheit versprach für jene, die verloren waren.

Und so trage ich, Alavandra, die Sinnende, sie nun weiter – damit nichts verloren geht, was aus Licht geboren wurde.

Geliebte Intaro,

In dieser späten Stunde, wenn die Sterne über den Hallen von Lysandros wachen, greife ich zur Feder, um dir zu schreiben. Vieles ist geschehen seit jenen Tagen, als wir Seite an Seite saßen und aus unseren Gedanken das Reich formten, das wir gemeinsam erträumten. Wir glaubten an eine Heimat für all jene, die nach Gerechtigkeit und Frieden suchten, ein Reich, das nicht vom Stärksten, sondern von Weisheit und Güte gelenkt wird. Es war unser gemeinsamer Traum, den ich heute zu verwirklichen suche.

Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit für die Zeit, die uns vergönnt war. Deine Weisheit war stets der sanfte Strom, der meine stürmische Seele lenkte. Du sahst in mir nicht nur den Herrscher, nicht nur den Lichtbringer, sondern den Mann, der zweifelt, der kämpft – und der liebt. Und ich liebe dich noch immer, mehr als Worte es fassen könnten. Doch unsere Wege, so sehr sie einst vereint waren, haben sich verändert. Nicht, weil das Band zwischen uns schwächer wurde, sondern weil unsere Aufgaben uns zwingen, an verschiedenen Enden dieser Welt zu wirken, um das zu vollenden, was wir einst gemeinsam begonnen haben.

Ich frage mich oft, ob du diese Trennung genauso spürst wie ich. Ob auch dein Herz nach jenen Tagen verlangt, als wir uns noch in Gedanken und Taten untrennbar waren. Doch ich weiß, dass wir beide diesem Ziel dienen, dass wir es mit jedem unserer Schritte vorantragen.

Ich hoffe, diese Zeilen erreichen dich und bringen dir Gewissheit, dass ich niemals vergessen werde, was wir geteilt haben. Und vielleicht, wenn das Reich eines Tages wirklich zu dem wird, was wir uns erträumten, wird es uns erlauben, wieder Seite an Seite zu stehen.

In unvergänglicher Liebe und Verbundenheit,

Kiamondh

Mein geliebter Kiamondh,

Deine Worte erreichen mich wie ein sanfter Windhauch, der längst verblasste Erinnerungen wachruft. Ich lese sie in der Stille der Nacht, während der Wald der Tausend Seelen um mich flüstert, und ich spüre, wie die Zeit uns doch nicht voneinander trennen kann. Du fehlst mir, so wie die Morgensonne den Nebeln der Dämmerung fehlt. Oft sehne ich mich nach den Tagen, in denen wir noch Seite an Seite am Siesterbach lagen und unser Reich erträumten – nicht als Herrscher, sondern als Gefährten, als Seelen, die in ihrem Streben vereint waren.

Und doch, Kiamondh, so sehr mein Herz dich ruft, weiß ich, dass unsere Wege uns zu Höherem führten. Unsere Liebe war nie nur für uns allein bestimmt, sondern für all jene, die nach einem besseren Morgen streben. Unsere Tochter Venia ist der lebendige Beweis dafür. Sie hat das Volk der Harasheen geeint, hat ihnen eine Heimat geschaffen, dort, wo einst nur Unrast herrschte. Ihr Geist trägt das Feuer deiner Leibe und die Milde meiner Weisheit. In ihrem Tun erkenne ich uns beide wieder, und mein Stolz auf sie ist grenzenlos.

Ich sehe in ihr unsere kühnsten Träume, unsere Hoffnungen, unsere unvergängliche Verbindung. Sie führt das Vermächtnis fort, das wir einst gemeinsam erschufen, und ich weiß, dass unser Erbe in sicheren Händen liegt. So lange sie ihren Pfad geht, weiß ich, dass unsere Liebe nicht vergebens war – sie lebt weiter in jedem Stein, den sie setzt, in jedem Leben, das sie berührt.

Doch während Venia unser Vermächtnis in Ehren hält, sehe ich mit Sorge auf unsere meine Tochter, Silavenn. Sie stellt sich gegen ihre Schwester, sie erhebt Anspruch auf das, was nicht ihr gehört. Die Sithir, die ihr folgen, drohen, den Wald der Tausend Seelen für sich zu beanspruchen, und ich bin hier, um zu schlichten, um zu verhindern, dass sie sich weiter entzweien, dass großes Leid geschieht. Es zerreißt mir das Herz, zwischen meinen Töchtern stehen zu müssen, doch ich kann nicht zulassen, dass ihr Zwist das zerstört, was mit so viel Liebe geschaffen wurde.

Vielleicht wird eines Tages die Zeit kommen, in der wir wieder nebeneinander am Siesterbach liegen – nicht nur in Gedanken, sondern in Fleisch und Blut, vereint durch das, was wir gemeinsam erschaffen haben. Bis dahin weiß ich, dass du in meinem Herzen wandelst, so wie ich in deinem.

In ewiger Zuneigung und Liebe,

Intaro