| Spielwelt(en): | Athyria |
| Urheber:innen: | Anja Schöder, Sarah Kisliuk |
| Mitwirkende: | |
| Jahr: | 2025 |
Die Zusammenkunft der Gefährten Kiamondhs
Dies ist die Geschichte, wie die Gründer des Reiches zusammenkamen, um einen Traum wahr werden zu lassen. Ein Traum, geboren aus der Hoffnung auf eine bessere Welt, geführt von einem Mann, der nicht König war, sondern ein Suchender. Er wanderte durch das Land, nicht mit einem Schwert, sondern mit einer Vision, und auf seinem Weg traf er jene, die seine Gefährten werden sollten.
Der Ruf
In den Tagen, da kein Volk bestand und kein Reich geboren war, erhob sich ein Mann mit einem Traum. Sein Name war Kiamondh, und er war ein Wanderer zwischen den Völkern, ein Suchender nach Ordnung in einer Welt, die nur Chaos kannte. Er hatte Visionen von einem Reich, das nicht durch Macht, sondern durch Weisheit und Gerechtigkeit regiert werden sollte. Doch ein Reich erhebt sich nicht durch eine einzelne Hand. Und so sandte Kiamondh seinen Ruf in alle Himmelsrichtungen, suchend nach jenen, die seinen Traum teilen mochten.
I. Kalistra, die Vielsichtige
In den Tagen, der Traum entstatt, gab es eine Frau, die die Zeichen der Zeit erkannte. Kalistra, die Vielsichtige, war nicht nur eine Druidin von großer Weisheit, sondern auch die Schwester von Kiamondh. Sie sah, wie die große Intaro Rhiannon den Traum eines geeinten Reiches in den Geist ihres Bruders pflanzte, und sie wusste, dass dieser Traum das Schicksal vieler lenken würde.
"Warum suchst du mich, Bruder?" fragte sie, als er durch ihre Tore trat. "Willst du mich in ein Reich der Ordnung ziehen, wo ich doch nur in der Wildnis frei bin?"
"Ich brauche deinen Rat, nicht deine Gefangenschaft," erwiderte er. "Ein Reich ohne Wissen ist wie ein Schiff ohne Segel. Wirst du mir helfen, damit es nicht im Sturm zerschellt?" Kalistra sah ihn lange an, und in ihren Augen lag der Schatten des Schicksals. "Die Zukunft, die du suchst, ist eine gefährliche. Doch ich werde dich begleiten, um sicherzustellen, dass du nicht den rechten Pfad verlierst."
II. Urthan, der Strahlende
Er war einst der Wächter eines entlegenen Passes, der die fruchtbaren Täler des Südens von den windgepeitschten Höhen der Berge trennte. Seine Aufgabe war es nicht zu kämpfen, sondern zu schützen – Reisende, Händler, Suchende, die einen sicheren Weg durch die Wildnis brauchten.
Viele Jahre stand er an diesem Ort, ein Schild gegen die Gefahren der Berge, ein Fels in den Stürmen der Zeit. Er war kein Eroberer, kein Krieger, sondern ein Hüter des Gleichgewichts. Doch eines Tages fiel der Pass in Vergessenheit, neue Straßen wurden gebaut, und der Weg, den er bewachte, wurde kaum noch begangen. Sein Schutz war nicht mehr gefragt, und so begann er umherzuwandern, auf der Suche nach einer neuen Bestimmung.
Als Kiamondh ihn fand, saß Urthan an einem Wegkreuz, den Schild auf seinen Knien ruhend, sein Schwert in den Boden gerammt und das Gesicht in Gedanken versunken. „Warum suchst du mich?“ fragte er. „Die Welt braucht keine Wächter mehr.“
"Du bist es, den ich brauche," sagte Kiamondh, "nicht als Krieger, sondern als Schild, das nicht zerbricht." Urthan lachte bitter. "Mein Schwert hat den Kampf verlassen." Doch als Kiamondh sprach, erkannte er die Flamme in dessen Augen. Eine Flamme, die einst auch in seinem Herzen brannte. Und so nahm Urthan sein Schwert wieder auf und schwor„Wenn dein Traum Schutz braucht, dann werde ich es sein. Ich stehe für das, was bleibt, wenn Schwerter zerbrochen sind.“
III. Falion, der Findige
Falion war stets in Bewegung. Er konnte einen Dolch balancieren, während er mit einer Hand schrieb, oder einen fallenden Krug auffangen, ohne dass ein Tropfen vergossen wurde. Wo andere nachdachten, handelte er, und wo sie stolperten, war er bereits einen Schritt voraus.
Kiamondh begegnete ihm in einem belebten Markt, wo Falion mit flinken Fingern dabei half, eine kunstvolle Kette zu entwirren, die sich zwischen den Waren eines Händlers verfangen hatte. Seine Hände bewegten sich geschickt über die filigranen Glieder, sein Blick war scharf, seine Haltung voller Energie. „Du hast ein Talent, das ich brauche,“ sagte Kiamondh.
Falion lachte. „Ein Träumer, der nach einem Handwerker sucht? Das ist selten.“
„Nicht nach einem Handwerker,“ erwiderte Kiamondh, „sondern nach jemandem, der mit Verstand und Geschick neue Wege findet, wenn andere nur Hindernisse sehen.“
Falion überlegte kurz, dann strich er sich über das Kinn. „Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich meine Fähigkeiten für etwas Größeres einsetze.“ Und so schloss er sich Kiamondh an.
IV. Alavandra, die Sinnende
Die Letzte, die Kiamondh fand, war Alavandra, die Sinnende. Sie war eine Chronistin, die nicht nur Wissen sammelte, sondern nach etwas Großem suchte, das es wert war, berichtet zu werden. Sie wollte nicht nur Bücher füllen, sondern Zeugin einer Geschichte sein, die die Zeiten überdauerte.
"Warum sollte ich dir folgen?" fragte sie. "Meine Feder ist scharf, doch sie führt keine Heere."
"Die Feder ist schärfer als jedes Schwert," antwortete Kiamondh. "Wer Geschichte schreibt, formt die Zukunft. Komm mit uns, damit die Wahrheit nicht vergessen wird." Alavandra legte ihr Buch zur Seite. "Dann will ich sehen, ob deine Geschichte es wert ist, aufbewahrt zu werden."
V. Der Schwur unter den Sternen
So fanden sich die Gefährten zusammen, nicht durch Zufall, sondern durch das Schicksal geführt. In einer Nacht, als die Sterne über den wilden Weiten funkelten, legten sie ihren Schwur ab. "Wir sind die Säulen eines Reiches, das noch nicht errichtet wurde. Doch wir werden es gemeinsam tragen, bis unsere Namen selbst zu Legenden werden."
Und so begann die Geschichte des Reiches Kiamondh.