| Spielwelt(en): | Athyria |
| Urheber:innen: | Sarah Kisliuk |
| Mitwirkende: | Anja Schröder, Tobias Seidel |
| Jahr: | 2025 |
Diese Sage erzählt von einer jungen Frau, die auf der Suche nach Wissen der Hegemon eben jenen solchems selbst auf der Spur ist und dieser in unterschiedlichen Gestalten begegnet.
Die Tochter der Fragen und der Pfad des Wissens
Es war einmal eine junge Frau, deren Herz brannte wie eine Lampe in der Nacht, genährt von unstillbarem Durst nach Wissen. Kein Buch vermochte ihren Hunger zu stillen, kein Gelehrter konnte ihr jene letzte Wahrheit schenken. So verließ sie ihr Heim und wanderte hinaus in die Welt, um den Quell des Wissens zu finden. Eines Morgens begegnete sie einem Pfau, dessen Gefieder funkelte wie ein lebendiges Mosaik.„Suchst du den Quell des Wissens?“ fragte er mit einer Stimme wie das Flüstern vergessener Schriften.„Mehr als alles auf dieser Welt“, sprach sie. Da schlug der Pfau sein Rad auf, und in seinen schimmernden Federn sah sie Reiche, die kamen und vergingen, Worte, die einst leuchteten und im Staub versanken.„Wissen ist schärfer als ein Schwert und tiefer als ein Brunnen“, sprach der Pfau. „Doch wer es nur sammelt und nicht hinterfragt, ertrinkt darin.“ Nachdenklich senkte sie ihr Haupt und zog weiter.
In einem Wald, wo das Licht golden durch das Laub sickerte, saß ein alter Mann in einem blauen Gewand.„Ich suche den Quell des Wissens“, sprach die junge Frau.Der Alte nickte. „Wissen ist nicht nur, was du sammelst“, sagte er. „Es ist ein Funke, der entzündet werden muss. Wer aufhört zu forschen, sieht die Wunder nicht mehr.“ Seine Worte drangen in ihr Herz, doch noch war ihr Pfad nicht zu Ende.
Sie suchte in Tempeln auf windumtosten Bergen, in Bibliotheken tief in vergessenen Tälern. Doch nirgends fand sie, wonach sie suchte. Ermüdet wollte sie aufgeben, da raunte ihr der Wind zu:„Der Quell des Wissens liegt nicht an den Enden der Welt, sondern in ihrem Herzen.“Vor ihr tat sich ein verborgener Pfad auf, der sie zum Strahlenden Archiv führte.
Dort, inmitten gewaltiger Regale, lag auf einem steinernen Pult ein staubfreies Buch. Kaum näherte sie sich, schlugen seine Seiten auf, als führte eine unsichtbare Hand sie. Und sie sah.Bilder, nicht gemalt, sondern geträumt – goldene Städte, Meere aus flüssigem Licht, Bäume, deren Blätter Gedanken raunten. Kein geschriebenes Wissen, sondern ein lebendiger Strom, der wuchs und wuchs.
Und da kam die Erkenntnis zu ihr, leise wie ein Wispern.Der Pfau hatte ihr gezeigt: Wissen, das nicht hinterfragt und geteilt wird, ist ohne Wert.Der alte Lehrer hatte ihr gelehrt: Wissen ist kein Hort, sondern ein brennendes Feuer.Und das Buch sprach ohne Worte: Wissen ist kein Besitz, sondern ein Fluss, der mit jeder Frage wächst.Da verstand sie, dass ihre Suche niemals enden konnte.Sie trat zurück, sah noch einmal die schimmernden Seiten – und lächelte.
Denn nun wusste sie: Der Ursprung des Wissens liegt dort, wo die nächste Frage beginnt.
Und mit dieser Erkenntnis schritt sie weiter, hinaus in eine Welt, die voller Wunder war.