Bericht der ersten Erkundung der Bereiche unterhalb des Mons Magicae, der Wohnstätte des Konvents von Hakarioth und der dort zugehörigen arkanen Schmiede ist, im Volksmund als `Hexenberg’ bezeichnet
aufgezeichnet durch Quinta Veria Lysanna Tulipan, adepta majora artis arcanae aus dem Konvent von Hakarioth Teilnehmende der Expedition:
- Die allerweiseste klügste und durch und durch elegante Magistra Tertia Irmelin Iriana Tulipan
- Magistra Aceela
- Die edle Berenike von Seeberg-Eibenfeld
- Gardistin Lesya
- Gardistin Cara
Wie es mir, in der gnädigen Weisheit der Erzmagistrae des Konvents als erste unter den Meisterschülerinnen des Konvents zufällt, verzeichne ich die Erkenntnisse der ersten Expedition in die tieferen Gewölbe des Vulkanbergs und die zugehörigen Katakomben. Vorherige Erkenntnisse und Zusammenstöße mit der Fauna des Berges hatten bereits die natürlichen Höhlen offenbart in denen sich eine uns bis dato unbekannte Spezies von riesenhaften Gliederfüßern eingenistet hat, welche über ein elementar-arkan verändertes Gift verfügen, das emotionale Beeinflussung auslöst, welche nach unserem Kenntnisstand durch den Phönixthron allerdings nicht gestattet wurde. [Fussnote: Entsprechenden Edikten gegenüber zeigten sich die Gliederfüßer allerdings bislang unresponsiv und ohne Einsicht für ihr fehlerhaftes Handeln.] Um jenen unerfreulichen Zeitgenossen zu entgehen, wurde für die Erkundung der Weg durch die Kellerräume gewählt. Diese warteten mit anderen Schrecken auf, so waren die dort gelagerten Vorratskisten seit der letzten bewohnten Zeit des städtischen Gebiets nicht ordnungsgemäß entsorgt worden. Neben dem zu erwartenden Ungeziefer, schleimigen Pilzbefall und schadhafter arkaner Beleuchtung fand man hier noch einige weitere Überreste vorheriger Bewohner, allerdings auch einen gangbaren Weg.
Wie sich zeigt haben die vorherigen Bewohner des Gebiets einige arkane Sicherungen eingebaut um sich vor den Bewohnern der natürlichen Höhlen abzugrenzen, welche mit entsprechender Wartung weiterhin nutzbar sind und über das arkan durchwirkte Wasser der Höhlen gespeist wird. Eine genauere Untersuchung der Quelle jener Energie steht derzeit noch aus. [Fußnote: Ich empfehle Adeptus Dunkelstaiger darauf anzusetzen, der es bereits in Mitraspera nicht als eine Verschwendung seiner Zeit ansah täglich die elementare Beschaffenheit von Elementarkristallen zu untersuchen um sicher zu stellen, dass jedwede Veränderung erfasst werden möge.] Hinter den so gearteten Absperrungen erreichte man ein Gebiet, das nicht allein durch menschliche Hand angelegt wurde, sondern die Nutzung auf anderem Wege entstandener Höhlen suggeriert. Neben der ebenfalls arkan angereicherten Flora, einem leuchtenden Myzel, fanden wir einen Gang aus Statuen vor. Diese waren einstmals mit Mühe und Kunstfertigkeit errichtet, aber im Verlaufe der Zeit durch nachfolgende Bewohner offensichtlich als problematisch angesehen. Zumindest waren ihre Gesichter ganz und gar abgeschlagen und ihre Namen ausgekratzt. Ob es eine Ablehnung aufgrund politischer, ethischer oder ästhetischer Grundsätze war bleibt derzeit offen, zumal eine, namentlich eine drakoid erscheinende Steinstatue, unter dem zu Fall gebrachten Geröll des Berges begraben wurde. Am Ende dieses Ganges erweiterte sich das Höhlensystem noch weiter. Zur linken Seite zeigte sie eine arkan abgesicherte Kammer, die durch das Fachwissen der Magistra Tulipan geöffnet werden konnte. Offensichtlich handelte es sich hier um einen Raum, an dem besondere Objekte sicher aufbewahrt werden konnten. In dieser Kammer wurden einige Objekte gefunden, von besonderem Interesse die Maske, welche in der Form dem Schädel der drakoiden Gestalt der zerstörten Staue nachempfunden schien, wenn auch mit gewissen Eigenarten der Aumah. Das Aufsetzen der Maske offenbarte, dass diese eine Verbindung zum beseelten Inneren des Berges ermöglicht. Elementare Wesen, die dem Feuer nachempfunden, sahen in der Person, welche diese Maske trug eine freundliche Präsenz und führten diese weiter durch die nun deutlich natürlicher geformten und weit verzeigten Gänge des Berges, die nun auch das magmane Herz des Berges bereits in Teilen voraus nehmen. Dieser Weg zeigt sich nach einer Weile versperrt durch ein eindeutig arkan durchwirktes Tor, welches weniger dazu gedacht scheint den Weg in das Innere des Berges dem unbedarften Besucher zu versperren, als mehr erschaffen um das was dahinter lauern mag genau dort zu halten. Eine etwas kitschige Darstellung eines durch Personen, möglicherweise Meisterinnen der Kunst alter Zeit, in Ketten gelegten dämonisch-drakoid erscheinenden Wesens (eine Zeichnung ist beigefügt), gibt hier ein Empfinden dafür, welcher Zweck durch die starken arkanen Bande dieses Raums erfüllt wird. Aus welchem Grund man es für angemessen erachtet hat, diese Wesenheite(n) einsperren und zu binden ergibt sich möglicherweise aus der weiteren Einrichtung dieses Höhlenbereichs, die dem kundigen Betrachter - nicht dass wir dergleichen in unserer Mitte hätten - die Vermutung abringt, dass hier in alter Zeit Opferrituale statt gefunden haben, welche vermutlich blutmagische Elemente beinhaltet haben. Die Trägerin der Maske nahm für eine gewisse Zeit Kontakt zu dem gebundenen Wesen auf und folgende Worte wurden aus ihrem Munde niedergeschrieben: “Wir sind die Splitter des Berges, der Obsidianklinge, der Lebensspenderin, wir sind sie und wir sind er und wir sind. Befreit uns! Befreit ihn! Nach Äonen des Schweigens, sprecht zu uns! Wir sind die Glut im Stein, das Grollen in der Tiefe! Befreit uns! Nennt uns bei unserem Namen!” Die emotionale Prägung des Ortes ist stark und auch ohne Zuhilfenahme des Artefiziums zu empfinden. Die gebundene Wesenheit scheint sich gegen die auferlegten Ketten zu wehren. Diese verhindern derzeit ein klareres Bild davon zu ermitteln, was hinter der Tür zu finden sein mag. Auch scheint es, dass das arkane Siegel eine insgesamt dämpfende Wirkung auf die natürlichen Kräfte dieses Ortes auswirkt, die es in jedem Fall tiefer zu erforschen gilt.
Weitere Untersuchungen an der Maske wurden im Nachgang durch das Oberhaupt des Zirkels durchgeführt. Eine Entscheidung zum Weiteren Vorgehen in dieser Sache erscheint in der nahen Zukunft notwendig, da ohne weitere Erkenntnisse unklar ist, in wie weit die Besiedlung des Gebiets der Stadt Kalderah und das arkane Wirken nicht nur in der Schmiede Hakarioth sondern auch innerhalb der Stadt durch die zumindest latent arkan erwachten bewohner Wechselwirkungen mit diesem Siegel erzeugen können, die möglicherweise ungewollte Konsequenzen mit sich ziehen. Zeichnung der Statue im Innersten der Anlage Künstlerische Interpretation des drakoiden Statuenkopfes