Athyria

Hader

Spielwelt(en):Athyria
Urheber:innen:Max Engert, Anne Wagner, Wolfgang Weber, Carolin Weidler, Stefan Max, Leena Warnebold-Ott, Anne Wagner, Judy Glashauer
Mitwirkende:Sandra Schulz, Petra Fulde
Jahr:2021 / 2022

Einleitung

Der Hader ist eine Bezeichnung für einen Seelenzustand, der eigentlich jeden auf Athyria lebenden Sterblichen treffen kann. Ausgelöst durch schwere Enttäuschungen, Traumata oder Schicksalsschläge führt der Hader in einen Zustand des grundlegenden Ungewissen und einer Abkehr von etablierten Wertesystemen und den Glauben an die Ewigen.

Dabei ist der Hader nicht per se eine böse Handlung, sondern wird eher als Schicksalsschlag wahrgenommen, der sehr wohl aber moralisch fragwürdige Folgen haben kann. Wer mit sich selbst und seiner Umwelt im Hader liegt oder hadert, wird auch intuitiv so wahrgenommen. Dies liegt vor allem daran, dass man durch den Hader einen Zustand erreicht, in dem sich einem das Lied des Lebens endgültig verschließt und man selbst von dem Lied auch kaum noch oder gar nicht mehr betroffen wird.

Dadurch entsteht für den Hadernden ein Gefühl der Isolation von den Ewigen, wie auch von den Mitsterblichen und gleichzeitig nehmen viele athyrianische Bewohner wahr, dass mit der hadernden Person etwas nicht stimmt, auch wenn man oft den Finger nicht darauf legen kann.

Der Umgang mit dem Hader ist von kulturellen Werten geprägt und so kann dies in manchen Stammeskulturen der Harasheen und Aumah zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führen, während andernorts ein wertvolles Mitglied einer Vinariicompanie so viel Seelsorge und Pflege wie möglich erhält, um den Zustand zu beenden.

Generell gilt, dass es in der Vergangenheit Heilungen von Hader gab, diese aber selten und als Großtaten bekannt sind.

Diese Mechanik ist nichts was im Spiel als explizites Wissen oder Wahrheit vorhanden sein kann. Ausschließlich im kollektiven Gefühl der Völker finden sich die einzig beobachtbaren Auswirkungen der Mechanik wieder. Die Völker haben eine gewisse instinktive Abscheu gegenüber allen Handlungen des Haderns. Geschichten über solche Handlungen können ebenfalls Abscheu hervorrufen.


Kreise des Haders

Definition:

Handlungen in der Welt Athyria haben Konsequenzen für die Seelen oder genauer gesagt die Seelenkerne der Handelnden. Handlungen wider den Daseinszweck der Welt führen die Seele in die Kreise des Haders, was im Grunde eine Befleckung des Seelenkerns zur Folge hat. Handlungen zum Wohle der Welt können aus den Kreisen des Haders herausführen. Dabei spielt keine Rolle, ob diese Handlungen willentlich geschehen sind. Nach dem Tod dieses Wesens kann einem zu stark vom Hader befleckten Seelenkern die Rückkehr in die Urseele Athyrias verwehrt werden. Für das lebende Wesen hat Hader erst einmal keine spürbaren Konsequenzen, die aus der Welt heraus erwachsen würden. Natürlich können solche Konsequenzen von anderen Wesen ausgehen.

Stirbt das Wesen und steht der Seelenkern vor dem Seelenrichter so entscheidet dieser, ob die auf dem Seelenkern liegenden Prägungen der Welt zuträglich sind oder nicht.

Die Grenze und der Bereich davor:

Hierbei gibt es eine Grenze, deren Überschreitung den Kern der Seele so sehr in die Kreise des Haders bringt, dass eine Rückkehr nicht mehr möglich ist und  dieser nie wieder ein Teil der Urseele werden kann. Keine noch so große Handlung im Sinne der Welt kann die Befleckung des Seelenkerns aufwiegen. Dies sind:

  1. Vollendete Vernichtung eines von den Ewigen Athyrias geschaffenen Volkes.
  2. Die Vernichtung der Welt.
  3. Der Mord an einem Ewigen.
  4. Ein Aufstieg in die Ränge der Ewigen ohne die Zustimmung der Ewigen
  5. Erfolgreich etwas aus dem Nimmermeer schöpfen
  6. ein Weltengesetz/Naturgesetz der Welt Athyria zu brechen
  7. Entgegen den gemeinsamen Willen aller Ewigen aktiv zu handeln
  8. Schöpfen aus dem Nimmermeer

Keine dieser Handlungen wurde auf Athyria schon vollzogen

Vor dieser klaren Grenze gibt es einen großen Bereich, der von einer möglichen Befleckung - ähnlich den lässlichen Sünden der Weltreligionen - bis hin zu einer von bestimmten Teilen der Welt als sicher angenommenen Befleckung reicht.

All diesen Handlungen ist gemein, dass sie in irgendeiner Weise dem Daseinszweck Athyrias entgegenwirken.

Es ist allen Schattierungen des Graubereiches, also allem was vor dem Überschreiten der letzten Grenze kommt, gemein, dass es möglich ist, die Befleckungen des Seelenkernes aufzuwiegen. Dies geschieht durch Handlungen, die dem Daseinszweck Athyrias besonders nützlich sind und die Auswirkungen des negativen Geschehens auf die Welt mindestens wieder ausgleichen. Auch solche Handlungen müssen natürlich ebenso nicht unbedingt willentlich oder beabsichtigt erfolgen.

Handlungen für und wider die Welt werden also getrennt voneinander am Seelenkern vermerkt. Wenn nach dem Tod der Seelenkern vor dem Seelenrichter (Link) bestehen muß, wird dieser alles Für gegen alles Wider aufwiegen, um daraus seine Entscheidung abzuleiten, ob es wünschenswert ist den Seelenkern der Urseele Athyrias hinzu zu fügen oder ob er im Nimmermeer aufgehen soll. Für das Wesen selbst, also das Seelen-Ich hat dies keinerlei Belang. Zum Zeitpunkt des Wägens ist das Seelen-ich ebenso wie alle anderen Aspekte des Seins, bereits vergangen.

Beispiele für Handlungen, die in die Kreise des Haderns führen:

  • Die eigene Lebenszeit auf eine Art verbrauchen, die Athyrias Daseinszweck nicht dient. (Nicht rumeumeln)
  • Eine Handlung vorbereiten, die eine Seele unwiderruflich in die Tiefen des Haders stürzen lassen würde und/oder selbige gut heißen.
  • Andere Wesen aktiv davon abhalten, den Glauben an die Ewigen auszuüben
  • Die Gesetze der Welt in Frage zu stellen und aktiv versuchen, diese zu brechen oder zu umgehen
  • Den gemeinsamen Willen aller Ewigen in Frage zu stellen.
  • Passivität, obwohl aktives Handeln möglich gewesen wäre - Dies verhindert mögliche Lektionen für die Ewigen
  • Massenmord: Vollkommen unnötige Zerstörung von vielen Leben
  • Tiefergehende Forschungen und Experimente mit dem Nimmermeer oder den Seelenboten

Gedanken des Haders zu durchdenken an sich ist noch kein Schritt in die Kreise des Haders. Wichtig ist dabei, ob ein Wesen diese Gedanken gut heißt oder ablehnt. Eine Ablehnung ist im Sinne der Welt, ein Gutheißen nicht.

Eine sehr (dunkel)graue Zone ist der Austausch mit anderen Wesen über solche Gedanken. Dabei ist als Maß heran zu ziehen, ob der Austausch bewirkt, dass

die Gedanken am Ende von mehr Wesen gut geheißen werden oder von weniger. Wer sich also mit einem hadernden Wesen auseinandersetzt und es dabei bekehrt und aus den Kreisen des Haders heraus führt hat eine Handlung im Sinne der Welt begangen, selbige wird im Seelenkern positiv vermerkt.

Wer durch eine Verbreitung der Gedanken des Haders andere, zuvor möglicherweise unwissende, in Stand versetzt oder anleitet diese Gedanken gut zu heißen und es dann auch zu tun, wirkt dem Daseinszweck der Welt entgegen und befleckt den eigenen Seelenkern.

Was ist mit den Produkten einer hadernden Handlung?

Ist das Produkt einer haderden Handlung in irgendeiner Weise beseelt, hat es also einen Willen und kann somit handeln oder ist es in der Lage einen Willen aktiv zu beeinflussen, so kann es durchaus selbst Hadern oder andere zum Hadern verleiten. Dies geschieht jedoch nicht automatisch dadurch daß es aus einer hadernden Handlung stammt sondern vielmehr dadurch daß es durch seine Entstehung vorgeprägt ist und eher in Richtung des Haders tendiert als in Richtung des Zweckes der Welt. Solch ein Produkt ist andererseits immer auch selbst beeinflussbar und kann ggf. auch vom Hader bekehrt werden und auf den rechten Pfad zurückgeführt werden (Siehe z.B. Rhiannonssplitter).

Ist das Produkt unbeseelt und passiv, so kann es durchaus die Saat des Haders weitertragen, indem es das Gedankengut verbreitet. Das kann z.B. ein philosophischer Text sein oder Kunstwerk, das, wenn es verstanden und akzeptiert wird, zu Hader führen kann (Siehe oben “Gutheißen von Hader”).

Eine stoffliche oder mit magischen Methoden erkennbare Eigenschaft “Dem Hader zugehörig” gibt es jedoch nirgends. Hader kann innerhalb der Spielwelt nicht direkt festgestellt werden sondern immer nur durch Interaktion und Rollenspiel vermutet werden.

Jenseits der Grenze

Das, was sich jenseits der Grenze der Unumkehrbarkeit des Haders befindet, soll derzeit nicht definiert werden und solange bis es für das Spiel in der Welt relevant wird, im Reich der Mystik verbleiben.

Erkennbarkeit des Haders im Spiel

Der Zustand einer Seele, also wie weit sie befleckt oder auch rein ist, kann im Spiel keinesfalls erkannt werden. Allein die beobachteten Handlungen eines Wesens können als indirektes Maß herangezogen werden. Somit kann es keine aus der Welt heraus legitimierte Inquisition geben und alles in dieser Richtung bleibt IT Ansichtssache.  

Exkurs: Schöpfen aus dem Nimmermeer

Sollte aus dem Nimmermeer ein Wesen geschöpft werden (derzeit noch weit außerhalb aller Möglichkeiten von Sterblichen), so ist dies ein Verstoß gegen den Daseinszweck Athyrias. Diese Tat würde die durchführende Person unwiderruflich in die Tiefen des Haders fallen lassen.

Jedoch würde einem mit dieser Quelle geschaffenes Wesen trotzdem von der Welt automatisch ein Teil der Lebenszeit Athyrias zugeordnet werden. Dies geschieht, weil zum Zeitpunkt der Erschaffung der Welt die Urschöpfer nicht an eine solche Möglichkeit gedacht haben. Die Zuordnung der Lebenszeit bleibt damit aber weiterhin außerhalb der Reichweite eines Wesens, das kein Ewiger ist.